Warum ist das so? Diese Frage stellen wir uns, sobald wir bewusst nachdenken. Vielleicht war genau dieses Staunen über das Denken selbst der Grund, warum ich schon früh zum Journalismus gefunden habe. Nach meinen Anfängen im Lokaljournalismus führte mich der Weg weiter in den Wissenschaftsjournalismus. Dort interessierte mich vor allem, was psychologische Erkenntnisse über unser Handeln verraten – und warum wir oft nicht einfach „mal anders“ handeln.
Als Journalist Fakenews-Debatte entkräften
Welche Rolle spielt Wissenschaft heute? Forschende stehen unter enormem Rechtfertigungsdruck und sollen zugleich möglichst schnell Antworten auf die drängenden Fragen unserer Zeit liefern – ob beim Klimaschutz oder während der Corona-Pandemie. Gleichzeitig zweifeln viele Menschen die Ergebnisse an oder verwerfen sie als „Fake News“. Hier sehe ich meine Rolle als Journalist: Komplexe Zusammenhänge verständlich machen, Argumente prüfen und Einordnung bieten.
Zurück nach Dortmund
Mitte der 1990er-Jahre arbeitete ich als freier Journalist in Dortmund, mit den Schwerpunkten Wissenschaft und Umwelt. Ich schrieb und recherchierte unter anderem für dpa, die taz, die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Rundschau, Natur, die Woche und die ZEIT. Einige meiner Texte aus dieser Zeit – zum Beispiel Armes Land, Zuviel des Guten, Mit Bayerns Segen oder Amtshilfe für Müllverbrenner – sind bis heute online verfügbar.
Und heute? Seit dem Corona-Jahr 2020 schreibe ich wieder regelmäßig – auf verschiedenen Kanälen, in unterschiedlichen Formaten. Viele Texte aus beiden Schaffenszeiten von 1995 an habe ich in diesem Blog gesammelt. Meist bin ich dabei Journalist: Ich recherchiere, übersetze und ordne ein.
Doch ich bin auch ein Mensch mit Meinung. Gerade in Krisen wie der Pandemie oder angesichts des Klimawandels braucht es gründliche Recherche – aber auch Einordnung und Haltung. Denn von lebendiger Kritik und kommentierten Fakten lebt die öffentliche Debatte.
Das tue ich mit meinen Kommentaren.
Foto: Peter Dorn, Kamen